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HOW TO: Reiseplanung

Ihr möchtet verreisen? Einen Roadtrip machen, ein neues Land erkunden oder euch am anderen Ende der Erde die Sonne auf den Bauch scheinen lassen? Bevor man eine Reise antritt, sollte man sie vernünftig planen und vorbereitet sein. Komplikationen und Stress kann im Urlaub niemand gebrauchen und der folgende Artikel soll euch helfen, dies bestmöglich zu vermeiden. 

Die ersten Schritte:

Bevor man in die detaillierte Planung einsteigt, sollte man einen Zeitraum für den Urlaub festgelegt haben. Je nachdem wo wir hinreisen wollten, checke ich vorher Klimatabellen, Regenzeiten und ähnliches ab. Es wäre nämlich schade, wenn ihr voller Hoffnung auf Sonne und Wärme in ein Land fliegt und dann mitten in der Regenzeit dort seid. Die meisten Menschen haben verschiedene Länder auf ihrer 'Travel-To-Do-Liste' und ich würde die Wahl eures Reiseziels vom Budget, dem Reisezeitraum und den Urlaubstagen abhängig machen. Für einen Roadtrip an der Westküste der USA braucht man beispielsweise mehr als eine Woche. Orte innerhalb Europas kann man wiederum sehr gut auch für wenige Tage bereisen. Deswegen würde ich folgende Fragen durchgehen:

1. Was für Orte interessieren mich überhaupt? Wo möchte ich unbedingt hin?

2. Welcher Reisezeitraum bietet sich für Ziel XY am Besten an? Welches Klima ist für mich optimal?

3. Wann und wie lange würde mein Urlaub genehmigt werden? Spielen z.B. Ferien eine Rolle?

4. Wie lange möchte ich unterwegs sein? Wie viel Zeit sollte man für Ziel XY einplanen?

5. Wie groß ist mein Reisebudget? Welche Ziele sind finanziell realistisch?

 

Wenn ihr diese Fragen durchgegangen seid, solltet ihr ein grobes Gerüst für euren Urlaub haben. Wenn der Urlaub genehmigt wurde und alles zeitlich passt, könnt ihr in die weitere Planung einsteigen.

 

An- und Abreise:

 

Um genaue Routen festzulegen und Hotels zu buchen, braucht man die genaue An- und Abreise. Innerhalb Europas kann man viele Orte sehr gut mit dem Zug oder Auto erreichen und schont das Klima gleichzeitig. Ich gebe zu, dass auch ich schon viel geflogen bin und es durch die mittlerweile niedrigen Preise wirklich verlockend ist, mit einem Flug sehr viel Zeit und oft auch Geld zu sparen. Aber in Hinblick auf die Erderwärmung und die Auswirkungen des enorm hohen CO2-Ausstoßes von Flugzeugen, sollte man sich bewusst machen, dass nicht jede Strecke geflogen werden muss. Falls ihr mit dem Auto reist, braucht ihr natürlich nichts buchen. Ein funktionierendes Auto und genug Platz für Gepäck reichen aus. Wenn ihr mit dem Zug reisen wollt, bietet sich neben der DB auch FlixTrain an. Hier gibt es oft sehr gute Preise und schnelle Verbindungen. 

Auch in benachbarte europäische Länder fahren mittlerweile verschiedene Zuglinien. Bei manchen Reisen lässt sich die An- und Abreise mit dem Flugzeug natürlich nicht vermeiden. Die besten Seiten, um Flüge zu buchen, sind für mich KAYAK, Opodo und Skyscanner. Man gibt den Abflughafen sowie das Ziel der Reise ein und die Suchmaschinen durchforsten daraufhin alle möglichen Anbieter und Fluglinien nach den besten Angeboten. Ihr könnt per Filter angeben, ob euch z.B. eine bestimmte Flugzeit wichtig ist, ihr ohne Umstieg reisen möchtet oder eine bestimmte Airline bevorzugt. Ich buche allerdings selten direkt bei der ersten Suche. Oft vergleiche ich die verschiedenen Seiten über mehrere Tage oder sogar Wochen und entscheide mich dann für das passendste Angebot. Achtet auch immer drauf, was in dem angezeigten Flugpreis enthalten ist. Oft ist das Aufgabegepäck nicht inklusive und muss extra dazugebucht werden. Wenn ihr dies im Vorfeld wisst, könnt ihr das Gepäck online beispielsweise günstiger dazubuchen, als wenn ihr es am Schalter machen würdet.

Planung für die Zeit vor Ort:

Wenn eure An- und Abreise geplant ist, geht es nun an die detailliertere Planung. Je nachdem wie groß das jeweilige Land ist und wie viel ihr sehen möchtet, würde ich mir auf einer Karte die Orte markieren, die ich unbedingt sehen möchte. Wenn ihr gar keine Ahnung von dem Land habt, helfen Google-Einträge wie "The Best Things to see in XY" oder "Optimale Reiseroute durch XY". Dieser Teil der Planung kostet Zeit. Vor allem wenn ihr das Beste aus eurem Trip herausholen wollt. Mir macht diese Art von Recherche wirklich viel Spaß und manchmal vergehen viele Stunden bei der Planung, ohne dass ich es mitbekomme. Klickt euch durch Blogbeiträge, schaut Youtube-Videos, blättert durch Reiseführer oder Magazine. Jedes Mal, wenn euch dann etwas anspricht, schreibt es in einem Word-Dokument oder auf einem Blankoblatt auf. Diese entstandene Auswahl an Orten sollte dann nochmal aussortiert und zu einer Route zusammengesetzt werden. Google bietet die praktische Funkion, Routen mit mehreren Orten zu erstellen. Somit seht ihr, welche Strecke ihr am Besten fahren solltet oder ob gewisse Orte völlig ab vom Schuss sind. Wenn der Großteil eurer Spots in einem Land beispielshalber in einem Umkreis von 200 km liegen und ihr für einen einzigen Ort 600 km fahren müsstet, sollte man sich die Frage stellen, wie wichtig einem dieser eine Ort ist oder ob man ihn eventuell streichen kann. Der zeitliche Rahmen spielt natürlich ebenfalls eine Rolle. Egal wie viele Wochen ihr unterwegs seid: es sollte immer für EUCH die perfekte Reise sein. Auch wenn jemand eine bestimmte Route auf seinem Blog als "richtig" präsentiert, müsst ihr schauen, was für EUCH am Besten passt. Manche mögen es, ständig auf Achse zu sein, jeden Morgen woanders aufzuwachen und so viel wie möglich von einem Land zu sehen. Andere brauchen ein wenig mehr Entspannung, möchten mehrere Tage an einem Ort verweilen und nicht so viel herumfahren. Wir haben gemerkt, dass für uns eine Mischung aus beidem perfekt ist. Wir sind gerne unterwegs, freuen uns aber auch, mal ein paar Tage am Stück an einem Ort zu sein. Abhängig natürlich vom Reiseziel. Wenn ein Ort einen tollen Strand zu bieten hat oder euch die Poolanlage von einem Hotel besonders anspricht, plant hier vielleicht ein wenig mehr Zeit ein. Ich plane Reisen deshalb so gerne selbst, weil man eben extrem flexibel ist und alles zu 100% nach den eigenen Wünschen gestalten kann. Übung macht den Meister und es wird euch von Reise zu Reise leichter fallen. Ich plane unsere Reise übrigens immer bei Word. Ein Dokument heißt dann z.B. "USA 2019 Reisekosten", ein anderes "USA 2019 Hotels". Hier hinterlege ich alle Informationen, schreibe alles Wichtige raus und bastel an der Reise herum. Die Dokumente zur Route oder den Hotels könnt ihr euch dann vor dem Urlaub ganz leicht ausdrucken und habt immer einen guten Überblick.

 

Hotels, Motels & Co:

Wenn nun An- und Abreise sowie die Route stehen, geht es an die Planung der Übernachtungen. Auch hier solltet ihr nach euren Präferenzen und den Gegebenheiten vor Ort entscheiden. Manche Länder bieten tolle Campingplätze, an bestimmten Orten bieten sich Hotels oder vielleicht sogar AirBnBs an. Ich bin grundsätzlich eine absoluter Camping-Hasser, weswegen diese Option meistens rausfällt. Bei der Auswahl der Hotels oder einer AirBnB-Wohnung recherchiere ich ebenfalls viel und lese mir viele Berichte und Bewertungen durch. Auch die Lage spielt eine Rolle und ihr schaue mir den Standort immer bei Google Maps an. Meistens buche ich unsere Hotels über Booking.com. Hier sind die Stornierungsbedingungen oft sehr entspannt und die Bewertungen kommen der Wahrheit recht nah. AirBnB ist immer eine gute Wahl, wenn euch eine eigene Küche wichtig ist. In Venice Beach hatten wir beispielshalber eine und konnten uns immer Bagels aufbacken, abends nochmal eine Pizza reinschieben und Getränke kalt stellen. 

 

What to do now?

Wenn An- und Abreise, die Route und die Übernachtungen geplant sind, geht es nun um das Programm vor Ort. Oder muss es überhaupt ein Programm geben? Das muss jeder selber entscheiden. Ich bin jemand, der gerne einen ziemlich gut durchdachten Plan hat und dann spontan Kleinigkeiten verändert, sich dem Wetter anpasst oder auch mal etwas unternimmt, was vorher nicht geplant war. Andere wiederum lassen sich gerne komplett treiben und möchten absolut gar nichts planen. In dem Punkt "Die ersten Schritte" habe ich schon aufgegriffen, dass es Sinn macht, sich seine "Top-Ziele" und absoluten "Must-See's" herauszuschreiben, um anfangs überhaupt eine Route planen zu können. Diese ausgewählten Orte stehen also schon mal auf eurem Programm und der Anfang wäre gemacht. Darüberhinaus können auch hier wieder Reiseblogs und Reiseführer helfen, noch mehr über bestimmte Gegenden herauszufinden. Wenn ihr beispielsweise wegen einem bestimmten Monument an einem Ort seid, könnt ihr im Vorfeld einfach schauen, was der Ort oder die Umgebung noch so zu bieten haben. So entsteht ganz schnell ein Netz von kleinen Abenteuern, an dem ihr euch entlang hangeln könnt. Was sich ebenfalls anbietet, ist der Kontakt zu Einheimischen vor Ort. Keiner kennt eine Gegend so gut wie sie und oft können sie einem Insider-Tipps geben, die besten Restaurants nennen oder oder oder. Ich stelle für uns immer ein grobes Programm zusammen und wir entscheiden dann vor Ort, wann wir was machen wollen. Oft spielt das Wetter eine Rolle, manchmal möchte man einfach nur Faulenzen, an anderen Tagen ist man voller Tatendrang. Entscheidet also selbst, wie detailliert ihr planen wollt und womit ihr euch am wohlsten fühlt.

Food Spots:

Wir lieben essen. Und wir lieben es, im Urlaub neue Lokale auszuprobieren. Es gibt mittlerweile unzählige Apps, Websites oder Blogs, die sich mit diesem Thema auseinander setzen und einem die besten Food Spots einer Stadt nennen. Ich mache auch gerne Umfragen bei Instagram oder spreche mit Freunden und Bekannten, um Empfehlungen zu bekommen. Wenn man sich im Handy schon mal ein paar leckere Restaurants notiert, läuft die Futtersuche oft deutlich schneller und entspannter. Bei TripAdvisor findet man ebenfalls sehr detaillierte Reviews über ein Lokal inklusive Bildern der Speisen.

 

Vorbereitung ist die halbe Miete:

Die folgenden Punkte helfen einem, auf bestimmte Situationen während einer Reise vorbereitet zu sein. 

1. Navi Adressen: Der Punkt hört sich albern an, hat uns manchmal aber schon sehr geholfen. Wenn wir viel mit dem Auto herumfahren, speichern wir uns vorher immer alle wichtigen Adressen (Hotels, Monumente, etc.) ins Navigationssystem ein. Je nach Land sind manche Orte bei der Eingabe nämlich gar nicht so leicht zu finden oder der GPS-Empfang ist schlecht. Wenn man dann mitten in der Nacht irgendwo in der Pampa steht, keinen Handyempfang hat und zum nächsten Hotel möchte, können einen solche Situationen den einen oder anderen Nerv kosten. Wenn ihr die Adresse eingespeichert habt, ist es nur ein Klick und der Weg wird euch angezeigt.

2. Kreditkarten testen: Dass man im Ausland eine Kreditkarte braucht, weiß jeder. Was allerdings wichtig ist, ist ein funktionierender PIN. Ich benutze meine DKB-Kreditkarte zum Beispiel nur auf Reisen. Die Routine für die PIN-Eingabe ist also nicht vorhanden und die Gefahr groß, dass ich in Timbuktu an der Kasse stehe und nicht zahlen kann. Checkt also rechtzeitig, ob ihr eine Kreditkarte habt, diese noch über den Urlaub hinaus gültig ist, ein ausreichendes Kreditlimit verfügbar ist und ihr die PIN wisst. Banken haben selbstverständlich auch ihre Fristen und keiner kann euch helfen, wenn ihr einen Tag vor Abreise noch eine neue PIN beantragt. Sowas also am Besten immer ein paar Wochen vorher checken. 

3. Dokumente kopieren: Da Touristen ein beliebtes Ziel von Dieben sind oder man auch einfach mal selber etwas vergessen kann, ist die Absicherung der wichtigen Dokumente essenziell. Wenn ihr im Ausland euren Reisepass und euer Portmonee verliert und euch mit gar nichts ausweisen könnt, ist das erstmal ziemlich doof. Ich gehe immer auf Nummer sicher und mache folgendes: ich kopiere alle wichtigen Dokumente (Reisepass, Personalausweis, Führerschein, Krankenkarte) und lege sie in einer Klarsichtfolie in unser Gepäck. Da meistens kleine Beutel oder Portmonees geklaut werden, sind die Kopien kein interessantes Ziel. Außerdem scanne ich die eben genannten Dokumente im Vorfeld zu Hause ein und schicke sie mir kurz vor dem Urlaub an meine eigene Email-Adresse. Auch wenn euch wirklich alles abhanden kommen sollte, könntet ihr euch im Worst-Case immernoch in ein Internetcafe setzen und euch die Kopien der Dokumente über euren Email-Account herunterladen. 

4. Versicherungen abschließen: Hier bedarf es ausführlicher Recherche, was für eine Versicherung eventuell schon bei bestimmten Buchungen inkludiert ist, was für euer Reiseziel Sinn macht und was die einzelnen Anbieter unterschiedet. Manche Versicherungen wollen einen nämlich ordentlich über den Tisch ziehen. Im Ausland halte ich eine Auslandskrankenversicherung grundsätzlich für sehr sinnvoll. Ich musste beispielsweise mal in den USA wegen eines Wespenstiches behandelt werden, da ich allergisch bin. Der 2-Minuten-Kontakt mit dem Arzt und das Setzen einer Spritze haben mich damals um die 400 $ gekostet. Zum Glück war ich versichert und habe das Geld zurückbekommen. Eine solche Versicherung macht meiner Meinung nach immer Sinn. Wenn ihr ein Auto mietet wäre noch eine Unfallversicherung wichtig. Auch eine Reiserücktrittsversicherung kann ebenfalls sinnvoll sein und ich würde einen Abschluss von der Reisedauer und dem Reisepreis abhängig machen.

5. SIM Karte: Dieser Tipp war vor allem während unserer letzten USA-Reise sehr praktisch. Ich habe mir vorher über Amazon eine SIM-Karte für 21 Tage geholt (Zeitraum kann man individuell wählen) und hatte permanent mobile Daten und freie Anrufe in alle Netze während unserer Reise. Abgesehen von Social Media - was nun wirklich nichts essenzielles ist - hat uns der Empfang unterwegs oftmals sehr geholfen. Wenn wir beispielsweise dringend eine Tankstelle brauchten, ein Lokal nicht gefunden haben oder mal schnell eine Vokabel übersetzen mussten. Auch das freie Telefonieren hat sich nützlich gemacht, da wir mit unserem Mietwagen ein paar kleine Probleme hatten und mit dem Kundenservice Kontakt aufnehmen konnten. Ein anderes Mal mussten wir dringend unser Hotel anrufen und konnten dies einfach von unterwegs.

6. Packlisten: Manche Menschen finden Packlisten albern und überflüssig, ich liebe sie. Meine Packlisten entstehen nämlich immer einige Tage oder sogar Wochen vor der Reise. Oft ist es so, dass ich mir in den unpraktischsten Momenten Gedanken über eine anstehende Reise mache und mir auf einmal Dinge einfallen, die wirklich sehr wichtig sind und auf keinen Fall im Gepäck fehlen dürfen. Also fange ich an, eine Packliste in meinen iPhone-Notizen zu erstellen und immer alles aufzuschreiben, was dringend in den Koffer muss. Dies können Anti-Allergie-Tabletten sein, eine Taucherbrille, ein Moskitonetz oder oder oder. Wenn ich mit solchen Listen arbeite, vergesse ich zu 99 % nichts.

 

Dies waren meine Tipps und Tricks in Bezug auf die Planung einer Reise. Vielleicht kann es euch helfen und eure nächste Reise noch schöner machen. Ich wünsche es euch :)

 

Lara

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