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MY 4 MONTH TRANSFORMATION

Ich erzähle euch in diesem Beitrag ein wenig über meine persönlich krasseste Körpertransformation, die von Januar bis April 2016 passierte. 

Der Grund für mein Vorhaben war die Teilnahme an einem Bodybuilding-Wettkampf, bei dem ich in der Bikini-Klasse starten wollte. Ich interessierte mich schon lange vorher für die Fitness-Szene, ging selber fast täglich ins Fitnessstudio und kannte viele Leute, die selber auch auf die "Bühne" gingen. Eigentlich war mir von vorne herein relativ klar, dass ich auf einem solchen Wettkampf nicht viel reißen würde, da ich noch nicht lange genug Krafttraining betrieb und keinerlei illegale Substanzen zu mir nahm (was in der Bodybuilding-Szene oft Gang und Gebe ist). Ich wollte es aber trotzdem einmal selber mitmachen, um mitreden zu können und zu schauen, was ich aus meinem Körper rausholen kann.

Ich möchte vorweg sagen, dass ich niemandem empfehle eine solche Diät "nachzumachen", da mich diese Zeit wirklich an meine Grenzen gebracht hat und sowohl mein Körper als auch meine Psyche drunter leiden musste. Es war 100 % meine Entscheidung und ich selber trage die Verantwortung. Ich schreibe diesen Beitrag eher, um ein wenig abzuschrecken und den einen oder anderen vielleicht wachzurütteln. 

Ich startete also am 01. Januar 2016 meine viermonatige Diät. Im Vergleich zu März und April konnte ich zu Beginn noch "relativ" viele Kalorien essen. Man muss dazu sagen, dass ich 1,74 m groß bin und anfangs 74 kg auf die Waage brachte. Auf dem Plan standen die ersten paar Wochen 1800 kcal in Form von magerem Fleisch, magerem Fisch, Eiklar, ausgewählten Gemüsesorten, ein paar Nüssen und Proteinshakes. Kohlenhydrate gab es nur an ausgewählten Tagen um das Training herum. Süßigkeiten, Alkohol, Brot, Eis und Co waren absolute Tabus und ich hatte in der Zeit nur ungefähr drei bis vier Ausnahmen, wo ich mir etwas wirklich leckeres gönnen durfte. Sich mal für ein paar Tage so zu ernähren ist machbar und gut zu verkraften, aber vier Monate sind dann schon eine andere Hausnummer. Das Verlangen nach etwas Süßem wurde immer und immer stärker und irgendwann war ich einfach nur noch genervt, immer auf alles verzichten zu müssen. Die nachfolgenden Bilder geben euch einen kleinen Einblick in meine Mahlzeiten.

Das Training spielte natürlich auch eine große Rolle. Eine sehr große Rolle sogar. Manchmal hatte ich das Gefühl, als würde meine Freizeit nur noch aus Training bestehen. Ich studierte in dem Zeitraum dual und hatte zusätzlich noch einen Nebenjob, weswegen mein Freizeitfenster sowieso nicht sooo groß war. Auf meinem Trainingsplan standen zwei Einheiten pro Tag. Einen Tag die Woche hatte ich Pause. Das erste Training bestand aus einer 60-minütigen Cardioeinheit auf nüchternen Magen. Wenn mein Wecker um 6 Uhr klingelte musste ich meinen Schweinehund jedes Mal aufs Neue bezwingen. Cardio ist ja eh nicht mein Ding, aber das ganze 6 Tage die Woche über vier Monate zu machen, hat mir wirklich den Rest gegeben. Die zweite Einheit war dann eine Krafteinheit über 60 Minuten, nach der ich auch nochmal 30-45 Minuten Cardio gemacht habe. Ich habe also täglich knapp drei Stunden mit Training verbracht. Im Nachhinein kann ich wirklich nur den Kopf schütteln, weil dieses Pensum einfach viel (!) zu hoch war. Training bedeutet für den Körper Stress und Übertraining ist der Feind von körperlicher Veränderung. Ich würde niemals wieder so viel trainieren und niemals irgendwem so einen Trainingsplan schreiben. Im Bodybuilding gehen viele nach dem Motto "viel hilft viel", was aus der Sicht der Trainingswissenschaft aber totaler Humbug ist. 

Natürlich war ich motiviert das ganze durchzuziehen und habe es letztlich auch getan - den Spaß habe ich aber relativ schnell verloren. Wenn ich mit Freunden essen gehen wollte, konnte ich entweder nichts essen oder habe mir meine Tupperdose mitgebracht. An Geburtstagen konnte man den Kuchen nur anschauen und einen gemütlichen Abend auf der Couch mit bestellter Pizza gab es sowieso nicht. Brokkoli mit Hähnchen habe ich bis zum heutigen Tag nicht wieder angerührt, da mir die eintönigen Mahlzeiten recht schnell zu den Ohren raushingen. Um es zusammenzufassen: der Spaßfaktor bei der ganzen Sache war relativ gering. Meine Laune wurde schlechter, ich war gereizt, schnell zickig und wollte einfach nur faul sein und was Süßes essen. Die Kalorien wurden von Woche zu Woche weniger und in der Endphase waren es dann nur noch knappe 800 pro Tag. Definitiv viel zu wenig für den menschlichen Körper. Aber es sollte eben alles herausgeholt werden. In der letzten Woche kam dann auch noch die Entwässerung hinzu, bei der man erst extrem viel und dann schlagartig gar nichts mehr trinkt. Der pure Stress für den Körper... was mich zu der Zeit auch ziemlich fertig gemacht hat waren die Selbstzweifel. Ich habe permanent das Gefühl gehabt, dass ich keine Fortschritte mache, immer noch total unförmig bin und niemals ans Ziel kommen werde. Ich habe mich selber einfach krass unter Druck gesetzt und mich ständig verglichen. Auf der Bühne geht es ja letztendlich auch nur um den Vergleich der einzelnen Teilnehmer und deren Körper. Meine Teilnahme war nicht erfolgreich was die Platzierung angeht. Ich hatte keine Chance gegen die teilweise sehr erfahrenen Damen, die in meiner Klasse antraten. Ich habe mir vier Monate wirklich den Hintern aufgerissen und alles gegeben was ich konnte, um wenige Minuten auf der Bühne zu stehen und dann gesagt zu bekommen, dass ich nicht man die Vorrunde überstanden habe. Das war ein Schlag ins Gesicht. Ich möchte das Urteil der Jury gar nicht anzweifeln, da die meisten der anderen Frauen wirklich um einiges definierter und muskulär besser ausgeprägt waren. Es war für mich nur einfach so erschreckend, dass meine monatelange Arbeit innerhalb weniger Minuten ein Stück weit entkräftet wurde. Ich kann nicht sagen, wie die anderen Frauen sich vorbereitet haben oder was deren Geheimnis war, aber ich weiß, dass ich für meinen Teil 100 % gegeben habe und meine Enttäuschung sehr groß war. Klar, war ich stolz auf meine Leistung und habe von Freunden und Familie viel Anerkennung bekommen - trotzdem war ich traurig nach dem Wettkampf. Die Bilder weiter unten sind vom Tag des Wettkampfes, falls sich jemand für meine Form interessiert :) Ich weiß, dass meine Form nicht der Oberknaller war. Mein Unterbauch und meine Arme waren nicht wirklich definiert und sie sind bis heute meine Problemzonen. Aber das ist Genetik - jeder hat seine "Problemzonen" und manchen fällt das Abnehmen schwerer als anderen.

Ich weiß, dass ich sehr negativ über die ganze Materie rede. Ich respektiere jeden, der das Bodybuilding und die damit verbundenen Wettkämpfe für sich entdeckt hat und habe Hochachtung vor den Leistungen, die diese Leute erbringen. Ich habe nur durch meine eigene Teilnahme und meine Erfahrungen gemerkt, dass es überhaupt nicht meine Welt ist und ich meinem Körper nie wieder so etwas antun möchte. Ich habe in der Zeit wirklich gelitten - sowohl psychisch als auch physisch. Ich bin stolz, dass ich es durchgezogen habe und es war mir die Erfahrung wert. Dennoch würde ich es niemals wieder tun. 

Unabhängig ob man an einem Wettkampf teilnimmt oder nicht, sind solche Hardcore-Diäten der falsche Weg. Ich habe die Antwort meines Körpers auf die monatelangen Strapazen relativ schnell bekommen und zugenommen. Nach ein paar Wochen war ich wieder einige Kilos schwerer und hab tierisch viel Wasser eingelagert. Ich hatte das Gefühl alles nachholen zu müssen, was ich in den vier Monaten nicht essen konnte. Ich hab mein Trainingspensum natürlich heruntergefahren und die erste Woche gar nicht trainiert und dann "nur" noch 5 Mal die Woche. Zum Glück habe ich im Laufe der Zeit ein gesundes Verhältnis zu dem ganzen Fitnesslifestyle bekommen. Ich mache mittlerweile größtenteils nur noch das, was mir Spaß macht. Ich gehe zum Training, weil ich Lust habe und nicht weil ich muss. Ich liebe es Salat und Magerquark zu essen, gönne mir aber auch gerne ein Eis oder esse Pizza. Für mich ist gutes Essen in guter Gesellschaft einfach Lebensqualität und ich möchte nicht mehr auf alles verzichten müssen. Meiner Meinung nach ist die richtige Balance der goldene Weg und ich bin heute viel glücklicher, entspannter und erfüllter als vor einigen Jahren, wo ich das ganze viel zu verbissen gesehen habe. Ich bin als Mensch nicht mehr oder weniger wert, nur weil ich einen definierten Bauch oder perfekte Arme habe. Die inneren Werte machen einen Menschen aus, das Herz am richtigen Fleck zu haben und einfach im Einklang zu sein mit seinem Körper, seiner Seele und seinem Geist. 

 

Ich hoffe euch hat meine Geschichte zu diesem Thema einen kleinen Einblick geben können. ich möchte nochmal ausdrücken, dass jeder für sich entscheiden kann, was er machen möchte und was gut für ihn ist. Ich respektiere jeden Bodybuilder da draußen genauso wie jeden, der keinen Sport macht. Es soll sich bitte niemand angegriffen fühlen. Dies ist einfach meine Sicht der Dinge und meine Erfahrungen. 

 

Habt einen tollen Tag :)

 

Lara

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